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Exclusive interview with Kenny Sang

01.05.2019

COUTURISTA stellt dir den Fashion-Fotografen Kenny Sang vor, dessen Arbeit ebenso ästhetisch wie sozialkritisch ist. Im Kurz-Interview sprachen wir über Mode, Berlin und Hürden in der Kreativbranche.

COUTURISTA stellt dir den Fashion-Fotografen Kenny Sang vor, dessen Arbeit ebenso ästhetisch wie sozialkritisch ist. Im Kurz-Interview sprachen wir über Mode, Berlin und Hürden in der Kreativbranche.

For English version please click here

"Ich liebe es, mit Leuten zusammen zu sein und zu arbeiten, die starke und aufregende Persönlichkeiten haben - und Mode dient als Filter dafür. Stil und Mode sagen eine Menge über den Charakter einer Person aus und wofür sie steht, ohne dass sie nur ein Wort sagen muss."

Kenny Sang ist ein Fotograf, der sozialkritische Fragen mit Hilfe seiner Arbeit aufwirft. Soziale Ungleichheiten innerhalb von Subkulturen sind dabei zentrale Themen, mit denen er sich in seinen Projekten auseinandersetzt. Neben der Rolle von weiblichen Künstlerinnen in der sonst männlich dominierten DJ-Szene hinterfragt der junge Fotograf in seinem jüngsten Projekt sozial konstruierte Männlichkeitsrollen in der afroamerikanischen Musikkultur. Die sogenannte “Cool Pose”, eine Bewegung von Jazz- und Soulkünstlern der 1960er und 70er Jahre, versucht die sozial konstruierte Rolle von Maskulinität aufzubrechen und eine authentische Wirklichkeit zu schaffen. Aus dieser Perspektive beschäftigt sich Kenny mit der “Hyper-Maskulinität” in der Hip-Hop-Kultur, welche sich durch die massive Darstellung von Stärke und Unabhängigkeit ebenso wie die Cool-Pose Bewegung letztlich von negativ konnotierten gesellschaftlichen Klischees befreien will.

Editorial Resonanz for OE Magazine - by Sophie Giannoules

Producer & Stylist – Sophie Giannoules
Photographer – Kenny Sang
Retoucher – Susanna Krupp
Hair & Make Up – Sinan Bilgi
Makeup Assistant – Raul Popet
Models – Deborah Arueyingho, Dilan Baziany, Aria Arkhipova | Brodybookings, Toni Dreher | ONEeins fab Management, Jan Schäfer | IZAIO Management, Fabia Stafford, Shiva, Jacob Woyke, Tim Würth

Der junge Fotograf arbeitet insbesondere mit Künstler*innen zusammen, die sich durch ein progressives Verständnis von Mode auszeichnen. Für das Editorial des OE-Magazins fotografiert er u.a. Models wie Toni Dreher (oneeinsfab), Deborah Arueyingho, Jan Schäfer (Izaio Management) und Dilan Baziany. Kenny geht in diesem Projekt eine perfekte Symbiose mit der jungen Berliner Stylisting und Contribution Editor des OE Magazine Sophia Giannoules ein, die mit ihrem Styling und der Organisation des Projekts den modischen Zeitgeist der Stadt und darüber hinaus authentisch widergibt. Im Kurz-Interview für COUTURISTA haben wir über Kenny’s Leidenschaft der Fotografie gesprochen und wie Mode und Berlin seine Arbeit beeinflussen.


Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Die Fotografie habe ich als Hobby angefangen als ich sehr sehr jung war. Als Mode-Enthusiast habe ich schon immer Bilder und Artikel von Modezeitschriften wie I-D und Vogue verehrt. Von diesem Punkt habe ich meine eigene Nische entdeckt und bin in die neuesten Trends der Mode und Fotografie eingetaucht. 

Was ist deine Motivation für deine kreative Arbeit?

Ich bin motiviert und inspiriert von persönlichen Erfahrungen sowie vom sozialen, politischen und wirtschaftlichen Klima unserer Zeit. Die persönliche Entfaltung und das Verlangen dafür, inspirierende Werke zu schaffen, sind der größte Antrieb für meine Arbeit.

Welche Rolle spielt Berlin für deine kreative Tätigkeit?

Die kulturelle und historische Reichhaltigkeit von Berlin haben einen gewaltigen Einfluss auf meine Kreativität. Ich sehe Berlin als einen Schmelztiegel aus Styles, Persönlichkeiten, Möglichkeiten, diversen Kulturen – welche ich alle aufsauge.

Wie wichtig ist Mode für deine Fotografie?

Ich liebe es, mit Leuten zusammen zu sein und zu arbeiten, die starke und aufregende Persönlichkeiten haben - und Mode dient als Filter dafür. Stil und Mode sagen eine Menge über den Charakter einer Person aus und wofür sie steht, ohne dass sie nur ein Wort sagen muss.

Welche Rolle spielen soziale Ungleichheiten etwa zwischen Ethnien oder zwischen Geschlechtern in deiner Arbeit?

Soziale Fragen verhelfen mir dazu, meine Arbeit zu schärfen, indem sie mir ein besseres Verständnis über unsere Umwelt und über den aktuellen sozialen Zustand geben. Diese Dinge versuche ich in meine Arbeit zu übersetzen, nachdem ich bestimmte Themen analysiert und mir ein konkretes Verständnis darüber verschafft habe.

Was gibt es für Hürden in der Branche?




Natürlich gibt es Herausforderungen in der Branche, denen man sich stellen muss. Aber aus meiner eigenen Perspektive und in Anbetracht meiner persönlichen Erfahrungen sind jene Limits, die du dir selber setzt, die größte Herausforderung eines jeden Kreativen. Wenn man es schafft, diese eigene Hürde zu überwinden, wird es besser mit der Zeit.

Welche Tipps und Anregungen hast du für andere Personen in kreativen Berufen?

Sei offen Neues zu lernen, betrachte und wertschätze die kreative Arbeit anderer Künstler*innen in anderen Branchen. Lerne zu wertschätzen und feiere dich selbst für deine Arbeit die du erschaffen hast. Und das Wichtigste: gib niemals deine Ziele auf, egal was passiert.

Read English version here:

"I love working and surrounding myself with people who have strong and exciting personalities and fashion acts as a filter for that. Style and fashion say a lot about someone’s character and what they stand for without saying a word."

Kenny Sang is a photographer who questions social-critical subjects such as social inequalities between subcultures in his work. Besides the social role of female artists in the actual male-dominated DJ scene, the young photographer has focused on socially constructed masculine identities in the black music culture in his latest project. The so called “Cool Pose”, a movement founded by Jazz and Soul artists back in the 1960’s and 70’s, has been trying to reject the socially constructed role of masculinity and to create a new authentic truth instead. From this perspective, Kenny deals with the “hyper masculinity” in the Hip-Hop culture, which wants to free itself from a pejorative image by displaying major strength and independency.

The young photographer especially collaborates with artists who have a progressive understanding of fashion. For the OE-Magazine’s editorial he photographed models like Toni Dreher, Deborah Arueyingho und Dilan Baziany. For this project, Kenny built together with the young Berliner stylist Sophie Giannoules a perfect synergy, where Sophie translated the fashion zeitgeist of Berlin and beyond authentically with her styling. In the short interview for COUTURISTA Kenny told me about photography as his passion and how fashion and Berlin influences his work.

How did you come to photography?

I started photography as a hobby from a very young age. As a fashion enthusiast, I’ve always loved images and articles in fashion magazines like I-D and Vogue. From there I found my own niche and familiarised myself with the latest trends in fashion and photography.

What is your motivation for your creative work?

I’m motivated and inspired by personal experiences, social, political, and the economic climate of our time. Personal development and the desire to create inspiring work are also major driving forces for my work.

Which impact has Berlin for your creative work?

The cultural and historical richness of Berlin are enormous influences to my creativity. I consider Berlin as a melting pot of styles, personalities, opportunities, diverse cultures - and I feed off that.

How important is fashion for your photography?

I love working and surrounding myself with people who have strong and exciting personalities and fashion acts as a filter for that. Style and fashion say a lot about someone’s character and what they stand for without saying a word.

How crucial are social inequalities between different ethnic or gender groups for your work?

Social issues - positive or negative - help to shape my work in the sense that I get a better understanding of our environment and current state of affairs, which I try to translate in my work after doing research and having a concrete understanding of a particular subject matter.

What challenges do you have to face in the industry?



There are of course challenges one faces in this industry but from my own perspective and personal experience the main challenge any creative can face are the limits one sets for themselves. When one overcomes this hurdle things get better with time.

What tips and suggestions do you have for people who work in the creative area?

Be curious to learn more than you already know, look at and appreciate the creative works of other artists in other industries. Learn to appreciate and congratulate yourself for the work you’ve created and most importantly never give up on your dreams, no matter what!


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